Rudi Wrany im Gespräch mit Benny Fleischhacker über seinen Run in den Bundesländern und seine Pläne für 2025: vom Konzerthaus bis an den Wörthersee. (superfly.fm)
RECHTE PIRATEN
In einem Artikel für MOMENT.at vom 1. April 2025 beleuchtet Autorin Edith Ginz die Rückkehr der rechtsextremen Gruppierung Tanzbrigade in die Wiener Technoszene. Die Gruppe, bekannt für ihre Nähe zu Verschwörungsideologien und rechter Symbolik, organisierte kürzlich wieder Veranstaltungen in Clubs wie dem Camera Club und dem Jolly Roger. Beide Clubs distanzierten sich nachträglich und gaben an, die politischen Hintergründe der Veranstalter nicht erkannt zu haben. Für besondere Irritation sorgt die Rolle des Wiener DJs Sutter Cane, der laut Ginz in einem undurchsichtigen Verhältnis zur Tanzbrigade steht. Der Artikel zeichnet ein alarmierendes Bild davon, wie rechte Akteure versuchen, sich in subkulturellen Räumen zu etablieren – oft unter dem Radar und mit bewusst vager politischer Positionierung. Eine Warnung davor, wie schnell sich Clubräume in politische Grauzonen verwandeln können.
VERFAHRENE SITUATION
Die Wiener Clubszene steht derzeit unter Spannung: Gleich mehrere Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die brüchige Verbindung zwischen Nachtleben, Business und Politik. Die TIGGER ENTERTAINMENT GmbH, verantwortlich für das Beatpatrol Festival, ist insolvent. Grund dafür ist die kurzfristige Verlegung des Festivals von Wien nach Linz – ein Vertragsbruch mit weitreichenden Folgen. Die Firma steht nun ohne Personal, aber mit hohen Schulden da. Gläubiger können bis zum 6. Mai ihre Forderungen anmelden, am 20. Mai wird das Insolvenzverfahren bilanziert.
PECIK, DER STILLE CLUBKÖNIG
Währenddessen gerät Ronny Pecik, prominenter Investor und mutmaßlicher Strippenzieher hinter dem exklusiven O-Klub, ins Visier der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft – wegen Vorteilszuwendung an Ex-Staatssekretär Thomas Schmid. Trotz Rückzug aus dem öffentlichen Clubbranding zeigt das Firmenbuch: Pecik kontrolliert den Klub über seine Privatstiftung. Er bleibt der Mann im Hintergrund, der das Nachtleben strategisch mitfinanziert – und vielleicht auch mitgestaltet.
TIKTOK WICHTIGTUEREI ODER NÖTIGE PROMOTION
Für Aufregung sorgte unterdessen ein neues Format namens „Nachtperlen“, das auf Instagram auftauchte. In einer Ästhetik irgendwo zwischen ORF-Landesstudio und Vice-Doku aus dem Jahr 2013 war plötzlich auch die Grelle Forelle zu sehen – eine Location, die traditionell auf Diskretion und No-Camera-Policy setzt. Ob das Format mit dem Club abgesprochen war? Wohl eher nicht. Die Reaktionen aus dem Inner Circle der Szene waren – sagen wir mal – verhalten euphorisch.
KING BENNY | VON 1230 BIS KONZERTHAUS
Zu Gast: Benny Fleischhacker – Stammgast in dieser Sendung und einer der prägendsten Veranstalter der österreichischen Clubszene. Sein Projekt Kein Sonntag ohne Techno (KSOT) begann als kleine Daytime-Party in Off-Locations. Der eigentliche Durchbruch kam mit dem Open-Air im Auer-Welsbach-Park, das erstmals größere Aufmerksamkeit auf das Format lenkte. Heute bespielt KSOT regelmäßig etablierte Locations wie den Cobenzl und die Ottakringer Brauerei. Auch die Arena Wien und das Schloss Neugebäude standen bereits auf dem Programm. Darüber hinaus ist die Marke österreichweit aktiv – mit Events in Graz, Linz, Salzburg, Kitzbühel, Klagenfurt sowie auf Booten am Wörthersee und Attersee.
KSOT steht für eine starke Community, klar kuratierte Events und einen Sound zwischen treibend und atmosphärisch. Benny zeigt, dass man auch ohne überdimensionierte Headliner nachhaltige Clubkultur aufbauen kann. Sein neuestes Projekt: KSOT im Wiener Konzerthaus – elektronische Musik im Haus der Klassik. Keine Provokation, sondern bewusste Öffnung. Wir sprechen über Expansion, Verantwortung und die Frage, was die Wiener Szene derzeit wirklich braucht: mehr Freiräume, weniger Hürden – oder einfach gute Musik und ehrliche Nächte.
Und: Es gibt Tickets für das Event am Cobenzl zu gewinnen.
Mehr hört ihr – wenn ihr hört.
Schickt mir eure persönliche Meinung, Anmerkungen, Inputs oder Themenvorschläge an podcast@superfly.fm.
Die nächste Ausgabe gibt's in zwei Wochen am 17. April 2025.